Wenn Du Webinare als Marketinginstrument einsetzt, hast Du mehrere Ziele: Du möchtest, dass Dein Publikum Dich kennenlernt und eine positive Beziehung zu Dir aufbaut. Deine Teilnehmer sollen sich von Deiner Kompetenz überzeugen und sich an Dich erinnern können, wenn akuter Bedarf an Deinen Angeboten eintritt.

Hast Du Dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum Du als Teilnehmer in manchen Webinaren abschweifst, obwohl Dich das Thema eigentlich sehr interessiert?
In diesem Beitrag erfährst Du einiges über die Gestaltung Deiner Präsentation und wie sich dies auch auf Deinen Vortragsstil auswirkt.

Hast Du schon eine Präsentation erstellt?

Dann überprüfe doch einfach noch einmal, wer bei dieser Präsentation im Mittelpunkt stehen wird: Die Folien oder Du?
Gute Präsentationen sind nicht mehr als eine unterstützende
 Hand.
Sie geben Dir und dem Publikum Halt, aber halten niemanden krampfhaft fest.

Die meisten Präsentationen, die wir sehen, sind im Grunde genommen vollwertige Dokumentationen. Es ist so viel Text auf jeder Folie, dass 
der Inhalt auch ohne Dein Zutun nachvollziehbar ist und alleine stehen kann.

Du musst im Mittelpunkt stehen

Und da liegt schon ein großer Fehler in der Gestaltung: Du machst Dich mit einer Dokumentation überflüssig. Dabei geht es doch um Dich!

Wenn Deine Folien/ Seiten/ Slides oder wie Du es immer auch nennen magst, überladen sind, werden Deine Teilnehmer den Text lesen und selbst verarbeiten, ohne wirklich auf Deine Worte zu achten.
Für Dich hat diese Zuviel an Text auch einen großen Nachteil: Du wirst ihn einfach mehr oder weniger ablesen. Bei jedem neuen Punkt, den Du einblendest, machst Du automatisch eine Sprechpause. Klingt langweilig und abgelesen, nicht wahr? Doch genau das ist die Realität in vielen Webinaren.
Du degradierst Dich zum Vorleser geschriebener Inhalte, statt die Präsentation dazu zu nutzen, Deine Worte zu untermalen und Deine Aussagen zu verstärken.

Anhand eines simplen Beispiels, zeige ich Dir jetzt, wie Du aus einer informationsgeladenen Dokumentation eine Präsentation machst, die Dich unterstützt und die Dich in den Vordergrund stellt.
Im Grund eist es recht einfach, aber das ist bekanntermaßen am schwierigsten zu gestalten 😉

Präsentieren ist wie Rollschuh laufen

Erinnerst Du Dich noch daran, wie Du das Rollschuhlaufen gelernt hast?
Anfangs hast Du Dich an der Hauswand entlang gehangelt und Dich nicht getraut loszulassen. Doch bald schon hattest Du so viel Mut, dass freihändig laufen und auf Deine eigene Kraft vertrauen konntest. Jetzt klappte es auf einmal. Du wusstest auch, wie es ist zu fallen (das war ja häufig genug passiert) und hattest Dich darauf vorbereitet. Du hattest Deine Angst überwunden und deshalb ging alles wie geschmiert.

Genau so ist es auch mit den Präsentationen: am Anfang klebst Du am Text, aber mit zunehmender Sicherheit wirst Du freier sprechen und Dich von überflüssigem Ballast lösen können.

Willst Du ein paar Folien sehen zum Thema Rollschuhlaufen?

Dies ist eine Dokumentation.

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Um daraus eine Präsentation zu machen, markierst Du in jedem Aufzählungspunkt
die Schlüsselwörter. Hier habe ich das in grün gemacht.

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Jetzt nimm allen überflüssigen Text aus der Folie heraus.

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So sieht eine klare Präsentationsfolie aus.

Allerdings fehlt es noch an Attraktivität. Schließlich willst Du nicht nur nackte Fakten sprechen lassen, sondern Deinen Zuhörern auch eine Emotion vermitteln.

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Wenn Dein Webinaranbieter animierte Präsentationen unterstützt, dann sorge dafür, dass jeder Punkt erst dann eingeblendet wird, wenn Du darüber sprichst. Grundsätzlich wirken langsame Folienbewegungen und Übergänge harmonisierend, schnelle Bewegungen wirken dynamisch und sogar aufpeitschend.

Wenn Dein Webinaranbieter nur pdf oder nicht animierte Präsentationen unterstützt, erstelle jeweils eine neue Seite und füge den neuen Punkt unten an. Das wirkt genauso gut.

Hüte Dich, wie im richtigen Leben auch 🙂 ,vor Blitzen, Feuer und flirrendem Sturmgestöber. Natürlich kannst Du mit solchen Effekten mal ein Highlight setzen, wenn aber jeder Text von einem Sternenschweif begleitet wird, lenkt es einfach nur ab – vom Inhalt und von Dir.

Wusstest Du eigentlich, dass

  • Bewegungen, die von links nach rechts laufen als angenehm empfunden werden, weil sie unserer gewohnten Leserichtung entsprechen? Auch im Theater „der Gute“ meist von links die Bühne betritt und der Gegenspieler von rechts kommt?
  • Objekte, die sich abwärts in die Folie hineinbegeben als logisch wahrgenommen werden und Objekte, die von unten nach oben kommen als unlogisch und widersinnig empfunden werden, weil sie sich gegen die Erdanziehungskraft bewegen?
  • diagonale Abwärtsbewegungen als angenehm und einfach empfunden werden,
aber
  • eine diagonale Aufwärtsbewegung gegen die Leserichtung schwer nachvollziehbar wirkt und deshalb vermieden werden sollte?

 

Jetzt hast Du eine Präsentation, die Deine Kernaussagen unterstreicht und mit der Du die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf Deine Person richtest. Deine Präsentation braucht Deine Worte um rund zu wirken und Sinn zu bekommen.
Du stehst ganz klar im Mittelpunkt und kannst frei sprechen.

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